„Das ist mein Bagger!“ – „Nein, den will ich jetzt haben!“ – „NEIN!“ … […] Streit unter Kindern kann sich schnell hochschaukeln. Gründe dafür gibt es viele: ein Spielzeug, das weggenommen wurde, man kämpft um einen Platz in einer Gruppe oder um die Anerkennung einer Bezugsperson. Beim Streiten entsteht oft Negatives: ein Kind weint, einem Kind wird wehgetan, ein Kind wird ausgeschlossen, aber Streit ist auch wichtig für die soziale Entwicklung.

Bei einer halbtätigen Fortbildung am 19. September für den Oberkurs und die Klasse PIA2 der Fachschule für Sozialpädagogik ging es darum, wie angehende ErzieherInnen Kindern zeigen können, Konflikte positiv zu verstehen und damit konstruktiv umzugehen. Dafür wurde das „Palaverzelt“ eingeladen, das Kindern dabei hilft, Konflikte zu lösen. Anhand von Fallbeispielen und Übungen lernten die Auszubildenden dadurch, indem sie selbst in die Rolle von streitenden Kindern schlüpften, wie es gelingen kann, den Kindern den Konflikt nicht aus der Hand zu nehmen, sondern sie anzuleiten, selbst zu einer Lösung zu kommen: Die eigenen Gefühle sollen vermittelt werden, gleichzeitig sollen aber auch die Bedürfnisse des anderen Kindes erkannt werden und es soll nach einer Möglichkeit gesucht werden, den Streit zu beenden.

Das Palaverzelt wurde vom Institut für Konfliktlösungen entwickelt, zusammen mit KitaleiterInnen und ErzieherInnen. Dabei gibt es ein Handlungsdreieck, das maßgeblich ist für das Handeln bei einem Konflikt: Wertschätzung und Annahme; aktives Zuhören und Nachfragen sowie unparteiisches Vermitteln. Anhand von spielerischen Materialien können die Kinder handlungsorientiert lernen und es entstehen Rituale, die den Umgang mit Konflikten erleichtern. Und am Schluss heißt es dann im Idealfall: „Ich spiele noch ein bisschen mit meinem Bagger und dann kannst du ihn dir auch mal leihen!“