Gemeinsam mit Frau Schneider-Prüeß besuchten die Klassen AG 12/1 und AG 12/2  im Rahmen einer AUT Exkursion das Bio-Hofgut Schleinkofer. Von der Kälberaufzucht über Milchkühe, Melkstände und Weidehaltung bis hin zur Scheinezucht wurden unsere Schüler dort informert, bevor sie zuletzt beim Melken selbst Hand anlegen durften. 

Besichtigung des Bio-Hofguts Schleinkofer

Am 24.06.2021 machten die Klassen AG12-1 und AG12-2 im Rahmen des Faches AUT /agrar und Umwelttechnik) bei Frau Schneider-Prüeß eine Besichtigung auf dem Bio-Hofgut Schleinkofer bei den Aussiedlerhöfen in Rüppur. Die Besichtigung wurde von Azubi Michael Hohnerlein (Schüler der L2LW) geführt, der sein Lehramt-Studium abgebrochen hatte, um eine Lehre zum Landwirt zu beginnen.

Als Erstes zeigte Michael den Schüler*innen die Kälberboxen, die jedoch zurzeit nicht belegt sind. Im Alter von zwei Wochen kommen die Kälber in den Kälberlaufstall nebenan. Die Jungtiere stammen allesamt aus eigener Zucht und werden nicht zugekauft. Sie gehören zu den Rassen Braunvieh, Fleckvieh und Friesisch-Holstein mit brauner anstatt der üblichen schwarzen Musterung. Den Schüler*innen fiel auf, dass ein paar der Tiere rote Ringe an der Nase tragen. Hierzu erklärte Michael diese seien dafür da den Saugreflex an anderen Kälbern zu verhindern.

Danach führte der Azubi die Klassen zu einem anderen Stall, in dem die noch nicht melkfähigen Jungkühe in zwei Altersgruppen stehen. Kühe, die frisch in diese Herde kommen, werden in 3er-Gruppen eingegliedert, damit sie nicht von den anderen ausgeschlossen werden.

Weiter ging es schließlich zum größten Stall. Dort stehen die Kühe, die zweimal am Tag gemolken werden. Die Kühe auf dem Hofgut Schleinkofer werden nicht nach drei Laktationen (Geburten) aus der Milchproduktion genommen, sondern werden auf dem Hof vergleichsweise alt. Eine der älteren Kühe ist beispielsweise schon 17 Jahre alt. Das Besondere an diesem Stall ist das automatische Mistsystem. Dieses besteht aus einer Art „Schieber“, der den Kuhmist von hinten nach vorne befördert und im Misthaufen endet. So wird das Sauberhalten des Stalls vereinfacht.

Als Nächstes erklärte Michael einiges über die Schweinehaltung. Der Schweinestall ist in drei Einheiten unterteilt. In jeder Einheit leben Schweine, die jeweils zur gleichen Rasse gehören. Um die Ansteckung von Krankheiten wie zum Bespiel der Afrikanischen Schweinepest durch Wildschweine zu verhindern, ist um den kompletten Stall ein Zaun gezogen, der nachts zugemacht wird. Das Fleisch dieser Schweine wird auch im Hofladen verkauft.

Zu den Weiden wurde den Schüler*innen erklärt, dass die Kühe immer auf eine Weide getrieben werden bis diese abgegrast ist und danach auf die nächste Weide kommen. In dieser Zeit kann sich die abgegraste Wiese wieder erholen. Dieses Weidemanagement nennt man „Wechselweiden“.

Schlussendlich besichtigte die Gruppe den Melkstand des Hofguts. Dort können gleichzeitig insgesamt sieben Kühe gemolken werden. Die Kühe werden täglich zur gleichen Zeit gemolken, damit sie einen geregelten Tagesablauf haben. Jede Kuh gibt pro Tag ca. 25 Liter Milch, welche direkt über den Milchautomat verkauft wird und nicht in eine Molkerei gegeben wird. Der Melkstand muss immer sauber sein, damit die Milch nicht verunreinigt wird. Um gut an die Euter heran zu kommen, gibt es eine tiefergelegte Ebene , in der sich der Melkende aufhält.

Als Erstes wird vorgemolken, um zu überprüfen, ob die Milch flockig ist, was auf eine Krankheit oder Entzündung hindeuten könnte. Danach werden die Zitzen mit einem nassen Tuch sauber gemacht. Schließlich wird die Melkmaschine an den vier Zitzen angesetzt und das Melken beginnt. Dies fängt mit einem schnellen Rhythmus an, der das Euter stimulieren soll. Nach ungefähr einer Minute wird er verlangsamt und das eigentliche Melken fängt an. Wenn nicht mehr so viel Milch kommt, löst sich die Melkmaschine automatisch vom Euter. Nach Abschluss des Melkvorgangs werden die Zitzen noch desinfiziert. Nachdem Michael den Melkvorgang bei der ersten Kuh demonstriert hat, durften die Schüler:innen selbst einmal ran.

Trotz des eher schlechten Wetters hatten die Klassen viel Spaß und konnten wichtige Einblicke in die Tierhaltung auf einem Bio Hofgut gewinnen. Vielen Dank an das Hofgut Schleinkofer für diese tolle Gelegenheit!

Text: Fabienne Althans, Luisa Friedle