„So soll Unterricht im Idealfall aussehen: eine Firma will eine Baumaßnahme durchführen und muss nun einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, hat also einen Auftrag der besonderen Art zu vergeben. Das Landratsamt stellt Experten zur Unterstützung bereit und ein Lehrer ergreift die Chance, das Projekt zusammen mit Schülern im Unterricht zu verwirklichen. Das ist im Falle der Renaturierung des Beierbachs in Ettlingen-Bruchhausen durch Schülerinnen und Schüler der Bertha-von-Suttner-Schule hervorragend gelungen“ betonte Franz Untersteller, baden-württembergische Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in seiner Rede bei der Tagung „Unsere Bäche und Flüsse – Die Lebensadern“ am 20. April in Heilbronn.

Die Veranstaltung eröffnete die Nachhaltigkeitstage unter dem Motto „Ab in die ZukuNft“, die dieses Jahr zum ersten Mal in Baden-Württemberg stattfanden. Hierzu waren Experten rund um die Gewässerpädagogik und den Gewässerschutz eingeladen. Unter dem Tagesordnungspunkt „Gewässerpädagogisches Engagement außerhalb des Stundenplans“ stellten Magdalena Schwab und Jonas Wehrle stellvertretend für den Agrar-und Umwelttechnikkurs zusammen mit Harald Miksch und Michael Reuschenbach vom Amt für Umwelt und Arbeitsschutz des Landratsamtes die Sanierungsmaßnahme vor. Hierbei hoben beide hervor, wie viel Spaß die Arbeit draußen in der Natur gemacht habe und wie viel die Schülerinnen und Schüler gelernt hätten. „Wir mussten vieles bedenken: Wie soll der neue Bachlauf aussehen, wohin können wir Bäume pflanzen, wo machen Störhölzer Sinn? Das waren nur einige von ganz vielen Fragen, die zu bedenken waren“,  berichtete Magdalena Schwab. „Wir wären gerne mehr in die konkrete Planung einbezogen wirden, aber wahrscheinlich hätte dann vieles noch länger gedauert. Dennoch sind es solche Projekte, die man nicht so schnell vergisst. Man verspürt Stolz auf das, was man geleistet hat, manchmal fühlt es sich so an, als wäre es ‚unser‘ Bach.“, zog Jonas Wehrle das Fazit am Ende des Vortrags.

Auch der Ministerialdirigent Peter Fuhrmann wies am Ende der Veranstaltung noch einmal auf das besondere Engagement der Schüler hin, das man gar nicht hoch genug wertschätzen könnte. „Man denkt immer, die Jugendlichen von heute, das ist die Generation Internet, umso schöner, dass wir hier vom Gegenteil überzeugt wurden.“

Text: A. Hoffmann