Am 5. Mai 2017 machten sich die beiden 13. Klassen des Agrarwissenschaftlichen Gymnasiums, zusammen mit ihren beiden Profilfachlehrern Frau Rothe und Herrn Dr. Kleine, auf den Weg zur Kläranlage Neureut. Dort kommen pro Sekunde 1000 Liter Abwasser der Haushalte und Gewerbetriebe aus Karlsruhe Stadt und einem Teil des Landkreises an. Was mit diesem mehr oder weniger stark verunreinigten Wasser geschieht, war Gegenstand der Führung. Diese Thematik hat Bezug zu Lehrinhalten im Profilfach Agrarbiologie des Agrarwissenschaftlichen Gymnasiums.

Bei aus der Natur stammenden Verunreinigungen können sich Gewässer durch natürliche Prozesse selbst reinigen. In kommunalen und industriellen Abwässern finden sich jedoch neben Stoffwechselendprodukten des Menschen und Lebensmittelresten vielfältige, nicht natürliche Verunreinigungen, wie z. B. Medikamentenrückstände, Waschmittel, Lösemittel. Diese Tatsache erfordert einen hohen technischen Aufwand zur möglichst vollständigen Reinigung dieses Wassers. Denn würden diese Abwässer nicht gereinigt, würden sie so verschmutzt in den Rhein gelangen. In Deutschland müssen Abwässer vor der Einleitung in einen Vorfluter (= Gewässer, in das Wasser eingeleitet wird) gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien entsprechen.

In der Kläranlage Karlsruhe-Neureut wird das Wasser mechanisch, chemisch und mit Hilfe von vielfältigsten, auch in der freien Natur vorkommenden Kleinstlebewesen, gesäubert. Diese ernähren sich nämlich von den organischen Verunreinigungen, die sich im Abwasser befinden. Es finden sich jedoch auch Rohstoffe, wie aktuell Phosphat im Abwasser, das man zurück gewinnen und in der Landwirtschaft zur Düngung der Kulturpflanzen verwenden kann.

Da sich trotz des hohen Aufwandes noch problematische Substanzen im geklärten Wasser befinden, wird die Neureuter Kläranlage derzeit um eine weitere Reinigungsstufe mit Aktivkohlefiltern erweitert. In diesem neuen Teil der Anlage sollen zukünftig biologisch nicht abbaubare Stoffe, wie Schwermetalle oder organische Halogenverbindungen, möglichst vollständig dem Wasser entzogen werden. „Kläranlagen wie diese gibt es nicht in allen Teilen der Welt: Deutschland ist wirklich ein Paradies, was das angeht“, mit diesen Worten wurde der Vortrag beendet. „Schon Wahnsinn. Für uns ist sauberes Wasser absolut selbstverständlich. Wir müssten eigentlich noch viel bewusster mit diesem Rohstoff umgehen“, so das Fazit der beeindruckten Schüler.