Anfang Juli besuchten die zwölften Klassen des Agrarwissenschaftlichen Gymnasiums der Bertha-von-Suttner-Schule in Ettlingen das Landeschulzentrum für Umwelterziehung (LSZU) in Adelsheim. Im Mittelpunkt des Studienaufenthaltes stand das Thema Milch.

Die Klassen setzten sich sowohl mit der Herstellung von Joghurt und Butter, als auch mit der mikrobiologischen Untersuchung von unterschiedlichen Milchproben auseinander. Der Besuch bei dem Zweckverband für tierische Nebenprodukte (ZTN) hinterließ bei den jungen Erwachsenen sehr einprägsame Eindrücke. Dort werden größtenteils Tierkadaver und Schlachtabfälle, von ganz Nordbaden, durch Hitzebehandlung sterilisiert und zu Tiermehl und Tierkörperfett aufbereitet.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch auf dem landwirtschaftlichen Milchviehbetrieb der Familie Röcker in Wermershof. Frau Röcker legte dar, wie auch ein konventioneller Betrieb  nachhaltig und gut wirtschaften kann. Sie ermöglichte den Schülern einen bleibenden Einblick in ihr Arbeitsleben. Besonders beeindruckt waren sie von ihrer Aussage, dass Landwirtschaft nicht immer nur „Kühe“ und „schön“, sondern oft auch wegen vieler Einflüsse schwierig sei und echte Herausforderungen berge. Diese sind z.B. die hohen Diesel- und Futterpreise und im Gegensatz dazu die niedrigen Milchpreise, aber auch Herbizidresistenzen im Ackerbau oder die sich stetig ändernden Wetterverhältnisse. Dies alles mache den Bauern Schwierigkeiten. Sie gab den Schülern folgende Worte mit auf den Weg: „Wir machen das mit Freude und Herzblut, aber alle Familienmitglieder müssen sich kümmern – miteinander, umeinander. Anfangen kann jeder, aber das Durchhaltevermögen ist entscheidend.“

Text: L. Deeg (AG 12/2), T. Hautzinger (AG 12/1)