Viele Ideen machen das Leben einfacher und bequemer, einige Ideen können sogar Leben retten. Wie das geht? Zum Beispiel mit einem Solarsterilisator, der als Projekt einer Gruppe der Bertha-von-Suttner-Schule bei der Preisverleihung Forschergeist trifft MINT am 16. Mai vorgestellt wurde. 

Im Rahmen der letzten zwei Schuljahre hatten Michelle Allion, Sandra Götz, David Fischer aus dem Biotechnologischen Gymnasium und Daniel Fuchs aus dem Agrarwissenschaftlichen Gymnasium sowie Mathias Janzon von der Balthasar-Neumann-Schule  Bruchsal bei MINToring – Studierende begleiten Schüler teilgenommen (Die Abkürzung MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, das Projekt wird von der Stiftung der deutschen Wirtschaft und hier in Karlsruhe von dem Verband Südwestmetall gefördert).

„Wir wollten etwas Sinnvolles entwickeln, etwas, das den Menschen nutzt und sie unterstützt“, so fasst die Gruppe ihre Motivation zu Beginn zusammen. Mit dem Solarsterilisator können auch weit abseits der Zivilisation z.B. Operationsbestecke gereinigt und somit Menschenleben gerettet werden. Doch nicht nur solch hoch gesteckte Ziele standen Pate für die Erfindung, sondern auch Aspekte wie Erschwinglichkeit, leichte Tragfähigkeit und ein kompaktes Äußeres. Das ist erst einmal leichter gesagt als getan.

Doch erst einmal Schritt für Schritt. Wie funktioniert solch ein Gerät, das inmitten von Steppe oder Wüste (denn Ärzte in Afrika müssen weite Strecken zu ihren Patienten zurücklegen) zur Desinfektion bereit stehen soll? Ein Parabolspiegel wird mit Hilfe einer Sonnenstandstabelle oder eines Quadranten senkrecht zur Sonneneinstrahlung aufgestellt. Dies sorgt dafür, dass alle Sonnenstrahlen, die auf diesen Spiegel fallen, an einem Punkt zentriert werden. Dies hilft, den Dampfkochtopf, der an diesem Punkt aufgehängt ist, zu erhitzen. In diesem Topf müssen 2,05 bar und 119°C für mindestens 15 Minuten gehalten werden um  allgemein als steril zu gelten.

Soweit der theoretische Stand. Die Gruppenmitglieder mussten sich nun mit einigen kniffligen Problemen auseinandersetzen, wie z.B. der Frage nach der Beschaffenheit eines Gefäßes, das sowohl einem bestimmten Druck, aber auch heißem Wasserdampf Stand halten muss. Es war ebenfalls schwierig, einen Partner für die Durchführung zu finden. Schließlich hatte Frau Kahrs, die Referentin an der Schülerakademie der Stiftung der Deutschen Wirtschaft aus Berlin, einen Kontakt zum Fraunhofer-Institut hergestellt, das mit Tipps zur Planung und Berechnung zur Seite stand.

Doch es hat sich gelohnt: am Ende konnte sich das Projekt gegen den „Walk-E“, einen Schuh, der beim Laufen Strom erzeugt, von Schülern der Carl-Engler-Schule und gegen den „Chill-Fridge“, einen Studentenkühlschrank, dem Projekt der Balthasar-Neumann-Schule durchsetzen.

„Das war eine tolle Erfahrung, auch wenn wir uns an manchen Dingen fast die Zähne ausgebissen haben. Vielleicht findet sich eine Firma, die den Solarsterilisator realisieren wird“, so das Fazit der Nachwuchsforscher.