Am 16. und 17. Juli war der diesjährige UN-Jugenddelegierte Nikolas Karanikolas in den Klassen BTG 12 und AG 12/1 zu Besuch. Sein Bruder Alexander, der die Klasse BTG 12 besucht, hatte den Kontakt hergestellt.

Nach einer kurzen Einführung zu den Vereinten Nationen, deren Institutionen und Aufgaben, stellte N. Karanikolas die Arbeit eines Jugenddelegierten vor. „Habt Ihr auch oft das Gefühl, dass Entscheidungen über Eure Köpfe hinweg getroffen werden?“ – als viele ZuhörerInnen nickten, stellte er fest, dass auch die Vereinten Nationen dies erkannt hätten und sich zum Ziel gesetzt hätten, Jugendliche mehr einzubinden – und das schon im Jahr 1980. Es hat dann bis 2005 gedauert, bis Deutschland reagiert und Jugenddelegierte ausgewählt hat.

Nikolas Karanikolas und die zweite Jugenddelegierte Josephine Hebling übernehmen dieses Amt für ein Jahr und sind deutschlandweit unterwegs, um mit Jugendlichen zu sprechen und deren Forderungen in eine Rede einzuarbeiten, die im Herbst 2019 vor der Generalversammlung gehalten werden soll. Dabei sind nicht nur Schulen die Anlaufstellen, sondern auch andere Einrichtungen, wie z.B. Mutter-Kind-Heime oder auch Jugendgefängnisse, denn die Bandbreite der gesellschaftlichen Gruppierungen und deren relevanten Themen sollen so breit gefächert wie möglich abgebildet werden.

Vor dem Hintergrund der Agenda 2030, der UN-Nachhaltigkeitsziele (beispielsweise die Bekämpfung von Armut oder Hunger, guter Bildung oder dem Klimawandel) konnten die SchülerInnen dann Aspekte nennen, die ihnen besonders wichtig sind und sich im Anschluss daran mit den Themen auseinandersetzen. In zwei Brainstorming-Runden sollte festgehalten werden, was z.B. in Sachen Klima nicht so gut läuft und wie man Probleme lösen könnte.

In den beiden Klassen der Jahrgangsstufe 1 entschieden sich die SchülerInnen für die Aspekte Armut (Hunger und Gesundheit)/menschenwürdiges Leben, Klima sowie Bildung. In angeregten Gesprächen tauschten sie sich in zwei Gruppen über die Probleme und die Lösungsansätze aus. „Jeder redet über den Klimawandel, aber keiner tut etwas!“, „Warum ändern die Leute ihr Verhalten nicht? Was muss man tun, um denen bewusst zu machen, dass wir so nicht weitermachen können?“, „Warum lernen wir nicht fächerübergreifend, wie die Dinge zusammenhängen? Das wäre doch so viel konkreter und würde uns viel weiterbringen!“, das waren nur zwei von ganz vielen drängenden Fragen, die in den Diskussionen aufkamen. Am Ende konnte sich jeder die einzelnen Ergebnisse in einer Art Ausstellung anschauen und mit Hilfe von Pins Aspekte ausdeuten, die ihr oder ihm ganz besonders wichtig waren.

„Ihr habt super gearbeitet und sehr konkrete Ergebnisse notiert. Man sieht, dass Ihr Euch schon mit den Themen befasst habt und Euren eigenen Standpunkt klar machen könnt“, so Nikolas Karanikolas am Ende des Besuchs. „Ich werde alle Notizen sammeln und schauen, wie man alle Forderungen der Jugendlichen in eine Rede unterbringen kann – der Klimawandel wird höchstwahrscheinlich an vorderster Stelle stehen, weil dieses Thema für alle oberste Priorität hat.“

„Das war eine tolle Veranstaltung. Endlich hatte ich das Gefühl, dass jemand mich und meine Meinung ernst nimmt. Ich finde es auch beeindruckend, dass unsere Ideen dann vielleicht in New York zur Sprache kommen“, so eine Schülerin nach dem Besuch.

Herzlichen Dank an Nikolas Karanikolas für den Besuch an der Schule!