Der Beruf "Landwirt/in" kann wie folgt umschrieben werden:

  • selbständiges, verantwortungsbewusstes Arbeiten in der Natur
  • Umgang mit Tieren und Pflanzen
  • Produzieren von gesunden Nahrungsmitteln mithilfe moderner Technik
  • Ausbildung in familiärer Atmosphäre
  • Freizügigkeit und Abwechslung im Beruf
  • unternehmerische Tätigkeit

Voraussetzungen

Für die Landwirtschaftliche Berufsschule in Vollzeitform (Grundstufe, 1. Ausbildungsjahr) gilt:

  • Abschluss- oder Abgangszeugnis der Hauptschule oder einer anderen allgemeinbildenden Schule

Für die Fachstufe I und II (2. und 3. Ausbildungsjahr) gilt:

  • Die Ausbildung erfolgt auf einem landwirtschaftlichen Betrieb; die Berufsschule wird im Umfang von 13 Unterrichtsstunden pro Woche besucht (Duales Ausbildungssystem). Daher muss ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen werden.

Ausbildungsdauer/Ausbildungsziele

Die Ausbildung zum Landwirt/zur Landwirtin dauert drei Jahre (Ausnahmen bei Allgemeiner Hochschulreife, Fachhochschulreife oder bereits abgeschlossener Berufsausbildung in einem anderen Beruf: Das erste Ausbildungsjahr in Vollzeitform entfällt, d.h. Verkürzung der Ausbildung auf 2 Jahre).

Ziel ist ein Unterricht, in  dem die theoretische Vermittlung des Unterrichtsstoffes mit der praktischen Umsetzung verknüpft wird.

Organisation der Ausbildung

Die dreijährige Ausbildung gliedert sich in die Grundstufe (1. Ausbildungsjahr), d.h. eine landwirtschaftliche Berufsschule in Vollzeit, und in die Fachstufe (2. und 3. Ausbildungsjahr).

Stundentafel

Pflichtbereich 1. Schuljahr 2. Schuljahr 3. Schuljahr
Religionslehre 1 1 1
Deutsch 1 1 1
Gemeinschaftskunde 1 1 1
Wirtschaftskunde 3 1 1
Sport 1    
Fachlicher Bereich/fachtheoretischer Bereich
 
Fachrechnen 1 1 1
Pflanzenproduktion 4 + 1*  0  0
Tierproduktion 3  0  0
Fachkunde 0 4* 5
Praktische Fachkunde 10 + 2* 2* 1
Fachpraxis 8 0 0
Wahlpflichtbereich 4(3+1*) 2* 2*
Stütz- u. Ergänzungsprogramm z.B. Büroorganisation, Datenverarbeitung      

* Ein Teil des Stoffes wurde bereits in der Grundstufe unterrichtet.

Abschlussprüfung

Die Ausbildung wird durch eine schriftliche und eine praktische Prüfung abgeschlossen. Die schriftliche Prüfung erfolgt in den Fächern Pflanzenproduktion, Tierproduktion, Deutsch, Wirtschaftskunde und Gemeinschaftskunde mit dem Abschluss Berufsschulabschlusszeugnis. Die praktische Prüfung wird von der Landwirtschaftsverwaltung (-amt) organisiert und durchgeführt. Der Abschluss lautet Gehilfenbrief, Beruf Landwirt.

Ausbildungsvergütung

Die Vergütung wird im Ausbildungsvertrag geregelt und erfolgt in Anlehnung an den gültigen Tarifvertrag. Näheres im entsprechenden Merkblatt des jeweiligen Regierungspräsidiums.

Kosten

Es wird kein Schulgeld erhoben. Im Rahmen der Lernmittelfreiheit nach Artikel 14 Absatz 2 der Landesverfassung sind Schulbücher unentgeltlich. Die Kosten für Lernmittel, deren Art und Zweck die Leihe ausschließen, müssen anteilig übernommen werden. Fahrtkosten können im Rahmen der geltenden Richtlinien erstattet werden.

Weiterbildungsmöglichkeiten

  • Staatlich geprüfter Wirtschafter
  • Landwirtschaftsmeister
  • Techniker

Anmeldung

Für die Anmeldung an der Landwirtschaftlichen Berufsschule in Vollzeit sind folgende Dokumente vorzulegen:

Für die Anmeldung an der Berufsschule Fachstufe I und II (z.B. bei Lehrzeitverkürzung oder Wechsel des Ausbildungsbetriebes) sind folgende Dokumente vorzulegen:

  • Aufnahmeantrag
  • Zeugniskopie der zuvor geführten Schule
  • Kopie des Ausbildungsvertrages

Die Bewerbungsunterlagen sollten bis zum 1. März eines Jahres für die Aufnahme im folgenden Jahr bei der Schule vorliegen. Später eingehende Bewerbungen können nur berücksichtigt werden, wenn noch Schulplätze frei sind.