Am Mittwoch, den 3. Dezember 2014 konnten die Schülerinnen und Schüler der 3BFA2/1 während der zweiten Blockwoche im Technoseum in Mannheim interaktiv erfahren, wie die moderne Medizin unseren Alltag prägt. Empfangen wurden wir gleich zu Beginn mit dem lauten Pochen eines dreidimensional rekonstruierten Herzens im Dunkeln des ersten Ausstellungsraums. 

Der geführte Rundgang, der die Entwicklung der Medizingeschichte zeigt, begann mit der Inszenierung eines anatomischen Theaters, in dem die Anatomen wie Andreas Vesalius des 16. und 17. Jahrhunderts das Körperinnere erstmals erforschten und öffentlich Studenten zugänglich machten. Im Mittelpunkt dieser Medizinepoche stand neben Amputationssägen aus dem 16. Jahrhundert die „Gläserne Frau“, deren Organe auf Knopfdruck hell aufleuchteten. 
Aber auch eingesetzte Instrumente wie Schröpfköpfe oder Aderlassmesser demonstrierten anschaulich die Möglichkeiten dieser Zeit. Im Gegensatz dazu konnte man an interaktiven Stationen moderne minimalinvasive Methoden nachstellen, in dem man versuchte, mit den am Ende befindlichen Fasszangen flexibler Endoskope kleine Würfel aus dem Körper zu entfernen oder zu sehen, wie moderne bildgebende Verfahren wie beispielsweise Tomografen dreidimensionale Darstellungen des Körpers errechneten. 
Ein dunkles Kapitel der Medizingeschichte war in einem kleinen Nebenraum untergebracht, der in einer Sackgasse endete. Das Menschenbild des Nationalsozialismus bezeugte eine Haartafel, auf der Menschen in arische und entartete Menschen eingeteilt wurden. Schwarz-Weiß-Fotos dokumentierten Menschen, die nach Erprobung von Substanzen physisch lebenslang gezeichnet waren. 
Der Themenbereich Arztpraxen zeigte in einer historische Zahnarztpraxis aus den 1920ern einen fußbetriebenen mechanischen Tretbohrer, in dem Patienten ohne Betäubung behandelt wurden. Im Vergleich dazu waren moderne Elektrobohrer zu sehen, deren hohe Drehzahl visuell kaum wahrnehmbar war. An alten Blutdruckgeräten, die Blutdruckwerte noch mit einer Quecksilbersäule anzeigten, konnte man gut nachvollziehen, warum die heutige Blutdruckeinheit mit mmHg angegeben wird. 
Interessant waren auch hochmodernisierte Prothesen und Herzschrittmacherimplantate, die dank der innovativen Techniken als „natürlicher“ Ersatz die Alltagskompetenz von Menschen immer stärker erhalten können. An dem an der Decke hängenden Holzstuhl, an dem vier Rollen befestigt waren, ließ sich die Entstehung des Begriffs „Rollstuhl“ gut vorstellen. 
Ein besonderes Highlight aber war der japanische Pflegeroboter „Paro“, der zum Anfassen aus der Vitrine genommen und uns vorgeführt wurde. Die mit vielen Sensoren ausgestattete Roboterrobbe mit ihrem flauschigen Fell, die auf Berührung und Zuruf reagierte und insbesondere zu therapeutischen Zwecken bei Demenzkranken eingesetzt wird, war sofort beliebt. 
Nach diesen vielen Eindrücken stärkten wir uns vor der Rückreise nach Karlsruhe auf dem Mannheimer Weihnachtsmarkt rund um den Wasserturm. 
Text: Sabine Habich-Weisser