„Das Sterben ist so individuell wie das Leben“

Dieses Resümee zog die Klasse der 3BFA2/2 aus dem Sterbeseminar, das sich unter der Leitung von Frau Ziebula und Herrn Müller mit der Begleitung in der letzten Lebensphase im Stephanus-Stift am Stadtgarten beschäftigte.

Nach der Begrüßung durch die Pflegedienstleitung Frau Gamer und der Vorstellung des Rahmenprogramms konnten sich die Schülerinnen und Schüler im „Raum der Stille“ gemeinsam mit Herrn Müller meditativ auf dieses schwierige Thema einstellen.

Zunächst führte Frau Ziebula mit einem Vortrag über die grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen des Sterbens der letzten Jahrzehnte, insbesondere der Sichtweise des Todes in der modernen Gesellschaft im Horizont des medizinisch-technischen Fortschritts, ein.

Fernab vom Schulalltag konnten sich die Schülerinnen und Schüler danach in Kleingruppen unterschiedlichen Perspektiven von Tod und Grenzsituationen annähern. In dieser Weise wurden Möglichkeiten erarbeitet, in der Einrichtung eine Abschiedsfeier zu gestalten, um Mitbewohnern und Pflegefachkräften gemeinsam mit Angehörigen eine Gelegenheit zu geben sich von einem Menschen würdevoll zu verabschieden – ihm „die letzte Ehre erweisen zu können.“

Abschiedsrituale in einer offenen Sterbekultur bzw. den Umgang mit dem Sterben in der eigenen Pflegeeinrichtung zeigten die Schülerinnen und Schüler in einer Reportage mit Hilfe von Interviews sowie Informationsmaterialien exemplarisch auf.

Im Sinne einer ganzheitlichen Betreuung wurden kulturellen Vorstellungen, Hintergründe sowie Sterberituale in den Weltreligionen beleuchtet. So sei beispielsweise bei muslimischen Verstorbenen oftmals das Waschen und Ankleiden nur von gleichgeschlechtlichen Angehörigen bzw. einem Iman erlaubt. Beachtet werden müsse auch, dass Muslime anders trauern. Oftmals erscheinten in der Einrichtung „Klageweiber“. Hier sei es sinnvoll, dem Verstorbenen dafür einen eigenen Raum zur Verfügung zu stellen. 

Im fallgestützen Rollenspiel fand die Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen und Belastungen im Sterbeprozess statt. Eigene Erinnerungen wurden wachgerufen und Erfahrungen aufgearbeitet, wenn beispielsweise bei der täglichen Arbeit ein Bewohner verstarb, zu dem man eine intensive Pflegebeziehung aufgebaut hatte und den man nun „nie wieder sehen wird“. Dabei wurden Ansätze zur eigenen Trauerbewältigung entwickelt.

Die Ergebnisse präsentierten die Gruppen mit gestalteten Plakaten im Plenum. Dem Mittagessen schloss sich ein Vortrag von Gastreferentin Frau Reichel an, die die Pflege und Betreuung Sterbender sowie Versorgung Verstorbener ausführte. Über die Entwicklung der Hospizbewegung sowie deren Grundsätze referierte Frau Grässer.

Mit einer gemeinsamen Reflexion über den Tagesverlauf wurde das Sterbeseminar beendet.