Eine in jeder Hinsicht aufregende Klassenfahrt hatten Frau ter Haseborg, Herr Wigishoff und die BTG 12 in München.

Liebe Leserinnen und Leser, sie befinden sich auf einem schmalen Grat etwas sehr Spannendes oder ziemlich Langweiliges zu lesen. Falls sie sich für die erste Option entscheiden wollen, empfehlen wir nicht weiter zu suchen, sondern genau diesen Artikel zu lesen. Und damit viel Spaß mit der BTG 12, auf Studienfahrt in München. Mit unserer Klassenlehrerin Frau ter Haseborg und unserem Geschichtslehrer Herr Wigishoff.

Das Abenteuer begann am Montag, dem 11.07.2022. Hier trafen wir uns um 7.45 Uhr vor dem Schulhof, der Bertha von Suttner Schule in Ettlingen. Daraufhin wurde der Bus mit

den Koffern beladen und ab ging die Klassenfahrt nach München. Die Fahrt wurde mit mehr oder weniger guten Gesangseinlagen gefeiert. Von Queen bis ABBA war so ziemlich alles dabei. Nach fünf Stunden Fahrt, einem kurzen Stau und einer Pause, sind wir gut in München, vor unserem Hostel Wombat´s, angekommen. Da wir jedoch eine Stunde zu früh da waren und erst ab 14 Uhr einchecken konnten, haben wir noch kurz die Umgebung erkundet, bis wir dann endlich unsere Zimmer beziehen konnten. Wir klärten die Bettenverteilung und bezogen diese. Pünktlich um 15.30 Uhr haben wir uns auf den Weg zum Treffpunkt mit unserem Guide für die Stadtführung gemacht. Die Stadtführung ging 2h lang und uns wurden die Sehenswürdigkeiten der Innenstadt von München gezeigt. Wussten sie, dass nach einem Volksentscheid im Jahr 2004 kein Gebäude in München höher sein durfte als die Frauenkirche? Aufgrund von Sprach- und Verständlichkeitsproblemen wurde die Stadtführung leider dann doch schnell sehr zäh und die Klasse war ziemlich K.O. Nach der Stadtführung gingen wir in den Englischen Garten und liefen zu einer Essensmöglichkeit. Da wir alle ziemlich fertig von der Busfahrt und der Stadtführung waren, hauten wir alle beim Essen ordentlich rein. Nach dem Essen, tobten wir uns noch auf dem naheliegenden Spielplatz aus, der für fünfjährige eindeutig besser geeignet war als für uns, und gingen dann mit vollem Magen und einem Lächeln im Gesicht zurück zum Hostel. Die Lehrer kontrollierten noch einmal unsere Anwesenheit und die Schüler verteilten sich danach noch auf die Zimmer, um den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen.

 Doch auch Corona verschonte uns nicht, dadurch wurde die Nacht von Montag auf Dienstag für manche von uns sehr kurz und schlaflos. Der Rest der Klasse wurde am Morgen negativ getestet und aufgrund von Zeitmangel durch die Beschaffung der Tests, wurde unser Besuch im deutschen Museum auf Donnerstagnachmittag verschoben. Nach einem ansonsten noch entspannten Morgen, machten wir uns startklar für unseren Besuch an der TUM – der Technischen Universität München- in Freising. Wir trafen uns dort mit zwei Studentinnen und diese führten uns über den Campus der School of Life Sciences. Sie zeigten uns Hörsäle, die Cafeteria, die Bibliothek –auch liebevoll „Bib“ genannt- und die Räume für die Start-ups, die an der TUM entstehen. Zum Abschluss der knapp fünfstündigen Führung erzählten die zwei uns noch etwas über die TUM und wir durften danach mit Hilfe von Abklatschversuchen unser Wissen über Biotechnologie testen, in dem wir die Abklatschversuche, auf denen Bakterienkulturen wuchsen, mit Gegenständen verglichen und diese dann den Abklatschversuchen zuordnen mussten. Schlussendlich verabschiedeten wir uns mit Süßigkeiten

von den zwei Studentinnen und bekamen im Gegenzug auch welche geschenkt, die wir aufteilten und ziemlich schnell leer aßen. Wir fuhren ins Hostel und gingen anschließend in kleinen Gruppen essen.     

Nach einem weiteren Coronafall, wurde der Abend dann noch einmal spannend und stressig, bevor alle ins Bett gehen konnten.

„Dachau – die Bedeutung dieses Namens ist aus der deutschen Geschichte nicht auszulöschen. Er steht für alle Konzentrationslager, die Nationalsozialisten in ihrem Herrschaftsbereich errichtet haben.“ – Eugen Kogon

 Nach zwei ereignisreichen Tagen, erreichen wir auch schon die Mitte der Woche, den 13.07.2022 und damit den dritten Tag in der Millionenstadt München.

Nach dem wir wiederholt um 7.30 Uhr unser Frühstück hatten, konnten wir um 8.30 Uhr uns auf den Weg zur KZ-Gedenkstätte Dachau (Dachau Concentration Camp Memorial Site) machen. Trotz gefühlten 40 Grad und kaum vorhandenem Schatten, bekamen wir durch unseren Guide Maxi einen sehr guten Einblick, wie es damals gewesen sein musste und wurden durch das ganze Gelände geführt. Vorbei am ehemaligen Dienstgebäude der SS, dem einstigen Lagergefängnis, in dem eine Ausstellung vorzufinden ist und dem Krematoriums Bereich, in denen Leichen aber auch lebende Menschen verbrannt wurden. Das Mahnmal von 1968 gedenkt an die Opfer dieser Zeit. Mit Anekdoten und einem kleinen Comic-Seminar, mit denen uns die Beschaffenheiten durch, von uns selbst ausgeführte Mini-Präsentationen, der damaligen Zeit nähergebracht wurden, hatten wir nun einen aufschlussreichen und interessanten fünfstündigen Aufenthalt in eine Zeit, die für Tausenden von Menschen unvorstellbar grausam gewesen sein musste.

Das Konzentrationslager war von 1933 bis zur Befreiung von US-Armeen 1945 aktiv. Uns wurde gezeigt, wie die Gefangenen arbeiten mussten, ausgenutzt und behandelt wurden und wie wichtig es heute ist, dass es noch existiert und Denkmäler errichtet wurden, um daran zu erinnern, wie unmenschlich und furchtbar diese Zeit war und sich dies nicht noch einmal wiederholen darf.

Nach unserem lehrreichen Start in den Tag, hatten wir den Rest des Tages erneut Freizeit, in denen wir uns mit Essen und Trinken eindeckten und noch einmal in Gruppen auf eigene Faust die Stadt auskundschafteten und essen gingen. Somit ging auch dieser aufregende Ausflug, in die Vergangenheit, zu Ende. Was verbinden sie mit Mangas, Graphic Novels und Comics? Finden sie es eine gute Idee, dass diese prägende Zeit, in Comics wie in „Maus“ thematisiert und den Menschen, nähergebracht wird?

Donnerstag, der 24.07.2022 war ein noch ausgefüllterer Tag als die davor.

Frühstück gab es erst um 9 Uhr, weshalb wir uns etwas erholter auf den Weg zur Bierbrauerei Spaten machen konnten. Interessant für uns Biotechnologische Klasse war natürlich der Gärprozess. Auch die Geschichte des Bierbrauens wurde uns nähergebracht. Doch es gab auch schockierende Nachrichten, von denen wir zum ersten Mal hörten. Wir erfuhren, dass immer wieder Menschenleben beim Säubern der Bierfässer gefährdet werden. Dies lässt sich mit dem hohen CO2 Gehalt begründen. Während dieser spannenden Führung erhielten wir Einblicke in den gesamten Herstellungsprozess dieses, in München ganz besonders beliebten, Getränkes. Um uns unsere Brotzeit mit Bierprobe und einem unglaublichen Ausblick über die Stadt zu verdienen, mussten wir ganze 208 Stufen erklimmen.

Am Nachmittag machte uns dann besonders die Hitze zu schaffen, als wir zum deutschen Museum aufbrachen. In dem vielfältigen Angebot an Ausstellungen konnten alle noch etwas lernen. Besonders die Medizinabteilung fand bei uns große Interesse. Als das Museum dann schon um 17 Uhr schloss, waren wir Schüler dankbar für etwas Freizeit, nach einem ausgefüllten und dem heißesten Tag der Woche. Die Zeit wurde ausgenutzt um sich auszuruhen und wenig später auch Zeit miteinander zu verbringen. Verwundert waren wir anschließend doch sehr von der Security im Haus, die unser gemütliches Beisammensein als schlimme Störung empfand. Allerdings kein Problem mit der lauten Party, der anderen Gästen, zu haben schien. Dabei hatten wir noch nicht einmal Musik an…

Am Freitag sind wir dann schon um 8.30 Uhr mit dem Bus abgereist. Auch diese Fahrt ging knapp fünf Stunden und war mit einer Pause und einem kurzen Stau verbunden.

 Das war´s auch schon mit der Studienfahrt der BTG12 nach München. Eine spannende Fahrt voller Risiko, interessanten Vorträgen und Führungen, sowie eine informative Reise in die Vergangenheit der deutschen Geschichte und der damaligen und heutigen Medizin geht zu Ende.

Vielen Dank an Frau ter Haseborg und Herr Wigishoff, dass sie diese Reise ermöglichen konnten und unsere Klasse ein großes Stück mehr zusammenwachsen konnte.

 

Text: Sarah Bauer; Lucy Fody; Michelle Rahn  Fotos: Nikolas Schulz