Auch mit dem Ziel der Berufs- und Studienorientierung im Profilfach fuhr die Klasse BTG 12/1 mit Frau Huth und Herrn Dannenmann nach München. Beim Besuch Hochschule Weihenstephan sagte Prof Kleiber: „Die Biotechnologie ist eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts“, was sehr viel aussagt, über die späteren Möglichkeiten, in diesem Bereich zu arbeiten.

Am Montag waren wir in Dachau und hatten eine sehr gute und interessante Führung von Herrn Kroeger. Einen Tag später stand das Institut für Humangenetik der LMU München auf dem Programm und wir haben Vorträge zur Pränataldiagnostik und zur Entstehung von Erbkrankheiten (z.B. Trisomie 21) gehört und zu den möglichen Berufen in der Humangenetik.  Zusätzlich gab es Führungen durch die Labore. Dort konnten wir FISH Verfahren Fluoreszenz-In-Vitro-Hybridisierung, das bedeutet bunt fluoreszierende Chromosome zum Nachweis einer Trisomie im Mikroskop anschauen und Mitose Stadien im Lichtmikroskop; zusätzlich auch Genchips zur Diagnostik von Tumorerkrankungen.

Am Mittwoch waren wir am Max Planck Institut der Biochemie und Neurobiologie in Martinsried; hier haben wir am MaxLab-Schülerpraktikum Molekularbiologie teilgenommen. Das Thema war der indirekte Nachweis einer SNP (Single Nucleotid Polymorphism) in genetisch veränderter Mäuse-DNA mittels PCR und Gelelektrophorese. Diese SNP wird am MaxPlanck Institut in einem aktuellen Forschungsprojekt untersucht, da das Vorhandensein zu einem aggressiven Verlauf einer Brustkrebserkrankung führt. „Die SNP ist nicht für die Entstehung von Krebs verantwortlich, dennoch erhoffen sich die Wissenschaftler am MPI für Biochemie mit einem Test auf die Varianz im FGFR4-Gen in Zukunft präzisere Aussagen zum Krankheitsverlauf treffen zu können. Auf Basis dieser Ergebnisse aus der Grundlagenforschung könnten Mediziner künftig notwendige Krebstherapien noch genauer auf die Eigenschaften des einzelnen Tumors anpassen.“ (Zitat aus der Laboranweisung zum Schülerpraktikum). Es ging also auch um Krebsforschung und die Ziele der personalisierten Medizin; außerdem haben wir die Forschungsinstitute und den beruflichen Werdegang, der notwendig ist, um an solchen Instituten zu arbeiten, vorgestellt bekommen.

Herr Dannenmann und die SchülerInnen haben auch noch DNA aus ihrer Mundschleimhaut isoliert und mitnehmen dürfen. Frau Dr. Peters, die Leiterin des Schüler- und Besucherlabors MaxLab lobte die SchülerInnen, nachdem die Klasse viel früher fertig war als üblich: „Alle Gele sind perfekt. Das hat super geklappt. Ihr seid viel schneller als andere Schüler. Da seht Ihr, dass Ihr viel in der Schule gelernt habt. Da könnt Ihr stolz darauf sein!“

Am Donnerstag waren wir in Hochschule Weihenstephan in Freising. Herr Prof. Schödel hat uns den Studiengang Biotechnologie (Bachelor of Science) auf humorvolle und nette Art vorgestellt. Es gibt eine enge Zusammenarbeit von der Hochschule mit der Industrie, die Studenten machen im 5. Semester in der Industrie ein Praxissemester und bekommen oft schon vor Ende des Studiums eine Arbeitsplatzzusage. Dadurch gibt es keine arbeitslosen Absolventen, 70% arbeiten in der Pharmaindustrie. Einen wichtigen Hinweis gab er künftigen Studenten: immer den Stundenplan raussuchen und genau auf den Semesterplan eines Studiums schauen bei der Wahl eines Studiums, der Studiengang Biotechnologie enthält viel Mathematik, Physik und Chemie; man muss das finden, wofür man sich begeistert, dann wird man auch erfolgreich.

Ein paar SchülerInnen waren mit Frau Huth in der Gentechnik-Vorlesung von Professor Kleiber zum Thema Sequenzierung, was die Schüler, da wir das schon im Unterricht gemacht haben, gut verstehen konnten. Hier konnten wir das erleben, was uns schon Prof. Schödel erzählt hat: Auffällig war die ungewöhnlich familiäre Atmosphäre in der Vorlesung, im Grunde genommen wie Unterricht; an der Hochschule sind kleine Semestergrößen typisch (80 -100 Studienanfänger), dadurch gibt es einen persönlichen Kontakt mit den Professoren, die während der Vorlesung von den Studierenden angesprochen werden, um Fragen zum Verständnis zu beantworten.

Insgesamt war es eine sehr lehrreiche und interessante Studienfahrt, die allen viel Freude bereitet hat.