„Na, was haben Sie denn für ein süßes Schokobaby im Kinderwagen!“ – „Krass, Deine Haare – darf ich die mal anfassen?“ mit solchen und vielen anderen Aussagen werden schwarze Deutsche oft konfrontiert. Das ist oft nett gemeint, löst aber bei den Angesprochenen eher gemischte bis negative Gefühle aus.

Um solche und viele andere Facetten von Alltagsrassismus zu thematisieren, gibt es ab dem 30. Januar bis zum 10. Februar die Ausstellung „Nicht nur schwarz-weiß – Vielfalt in der Kita (Eine Ausstellung zum Thema Alltagsrassismus und Empowerment)“ geben. Die Idee dazu hatten zwei Kolleginnen aus der Fachschule für Sozialpädagogik, Frau Schottmüller und Frau Wolf, die auch für die Organisation und das Ausleihen der Materialien zuständig waren. Offen ist die Ausstellung nicht nur für Klassen mit angehenden ErzieherInnen, sondern für alle Schulklassen, die zusammen mit einem begleitenden Lehrer diese besuchen können. Passend zur Ausstellung stehen viele Handreichungen, Medienlisten und Arbeitsblätter zur Verfügung, denn das Ziel ist es, durch Fotos, Informationsplakate oder Filmclips das Thema „Alltagsrassismus“ anschaulich und bewusst zu machen – das gilt nicht nur für die Arbeit mit Kindern, sondern auch für Situationen im privaten Leben. Aufgespürt werden sollen Klischees: „Klar, dass die gut tanzen kann, sie kommt ja auch aus Brasilien!“ und andere gängige Vorstellungen (eine Prinzessin mit heller Hautfarbe im rosafarbenen Kleid), und es soll u.a. der Frage nachgegangen werden, was man denn noch sagen kann und was nicht („schwarz“ und „weiß“ beispielsweise).

Die Ausstellung entstand als Kooperation von Kerstin Anabah (Elternbeirat der Kita im Familienzentrum Sonnensang) und Katarina Behret (Gründungsmitglied der Interessengemeinschaft Empowerment! KA) mit finanzieller Unterstützung der Caritas Karlsruhe e.V. Gerade in Zeiten der Flüchtlingsdebatte und steigendem Zuwachs für rechte Positionen, ist die Ausstellung wichtiger und aktueller denn je.