Viele Kinder sind umgeben von Bildern, seien es die in Bilderbüchern oder auch die, die sie selbst malen. Einen Schritt weiter noch kann man gehen, wenn man sie mit Gemälden und Kunstwerken bekannter Maler konfrontiert. Doch bevor man diesen Schritt unternimmt, ist es spannend, sich selbst einmal bei der „Begegnung“ mit Kunst zu beobachten und diese Erfahrungen dann in die Ausbildung mitzunehmen.

 

Im Fach BEF 2 (Bildungs- und Erziehungsprozesse fördern und Gestalten) hatten die Klassen 2BKSP2 und 3BSPIT3 bei einer Exkursion in die Städtische Galerie Karlsruhe die Gelegenheit, dies auszuprobieren. Ganz praktisch näherte man sich also dem Thema „Kunstbetrachtung und Museumspädagogik mit Kindern und Jugendlichen“.


Hier einige Auszüge aus Schülerprotokollen:

 „Bei der Kunstbetrachtung spielt die Konzentration und die Wahrnehmung eine wichtige Rolle. Im Museum hing ein Bild, welches auf den ersten Blick einfach nur in Braun-und Schwarztönen angemalt wurde. Je länger man sich für das Bild Zeit genommen und sich auf dieses eingelassen hat, desto deutlicher wurde der wirkliche Inhalt dieses Bildes: Ein weißes und ein schwarzes Pferd. Somit hat Kunstbetrachtung auch viel mit der Schulung der Wahrnehmung zu tun und damit, sich darauf einzulassen und auszuprobieren, Dinge anders wahrzunehmen.“

 „Bilder können mit Hilfe von Instrumenten vertont werden. So werden Werke lebendig und erhalten Gefühle. Gewissen Farben und Motiven können Töne zugeordnet werden. Schwarz wird eher mit einem tiefen Ton vertont, während gelb eher hoch klingt. Somit wird auch die Farbenpsychologie  angewendet. Durch diese Vertonung ist es möglich, dass die Gefühle, die beim Betrachten entstehen, bewusster wahrgenommen und verstärkt werden. Man kann sich zu Kunstwerken hingezogen fühlen und positive Gefühle damit verbinden, aber auch Abneigung aufgrund des eigenen Empfindens verspüren.“

 „Kunstwerke entstehen nicht nur auf Papier und gekauften Leinwänden. Auch Ökologie und Nachhaltigkeit sind heute ein zunehmend wichtiges Thema bei der Kunstvermittlung mit Kindern und Jugendlichen. Zum Beispiel können als Malgrund für Gemälde alte Bettlaken verwendet werden. Sie werden gewaschen und dünn eingekleistert. Im Anschluss kann darauf gemalt werden. Es entsteht eine ganz eigene Ästhetik, die den Erfahrungsspielraum der Kinder und Jugendlichen erweitert.“

 „Die Museumspädagogin stellte eine spezielle Bildbetrachtungs- und Besprechungsmethode vor, die sich der ‚Chinesische Korb‘ nennt. Der Sinn der Methode ist es, bei einem großen, vielleicht auch unübersichtlichen Kunstwerk einen Gesprächsanfang darüber zu ermöglichen. Diese Methode lässt sich zum Beispiel ab dem  Schulalter anwenden  und ist auch für die Kunstbetrachtung mit Jugendlichen gut einsetzbar. Es zeigte sich, dass es noch viele verschiedene Möglichkeiten für nahezu jedes Alter gibt, um sich Kunst(-werken) anzunähern.“

Das Fazit einer Schülerin: Insgesamt wurde viel Wissen über die praktische Umsetzung von Kunstbetrachtung mit Kindern und Jugendlichen vermittelt, was sehr hilfreich für das eigene Handeln ist.