Der Auftakt des 25-jährigen Jubiläums des Vereins „Casa Niños Rosa Maria“ fand am Donnerstag, den 21. Mai 2015 an der Bertha-von-Suttner-Schule in Ettlingen statt: Zu der Benefizveranstaltung „Könnt ich nur do sei wolle, wo ich bin“ kamen circa 50 Interessierte, die Geschichten von Werner Puschner lauschten; musikalisch untermalt wurde der Abend von Roland Dunke.

Puschners Geschichten kommen mitten aus dem Leben: Wir leben zwischen und mit Menschen, manchmal auch unter ihnen. Dementsprechend kann es zugehen, wo Leute beieinander sind: mit- oder zwischenmenschlich oder auch mal unter aller Sau. Alle Stufen und Nuancen finden sich. Von kalt über kühl bis hin zu kuschelig kann sich das anfühlen – oder anhören. Hinter- und abgründig, witzig und doppelbödig sind die Gedichte, Szenen und kleinen Geschichten von Werner Puschner, deren Helden Figuren sind, die auf dem Karussell des Alltags ihre Runden drehen. Der Autor stellt sich neben, hinter, auch mal vor – niemals über sie.

Man muss immer genau hinhören, wenn Puschner mit Worten jongliert, was aber bei aller Hintergründigkeit niemals schwer fällt, weil die Texte durchweg unterhaltsam und humorvoll sind. Immer geht es in ihnen um Vorkommnisse und Situationen, die sich ereignen oder ereignen könnten, die nicht spektakulär sein müssen, bei genauerem Hinsehen aber Unerhörtes in sich bergen.

Mal vor, mal nach und mal zu den Texten trägt der Pianist Ronald Dunke sorgsam ausgewählte Klaviermusik von Beethoven bis Gershwin vor, technisch perfekt und mit wunderbarer musikalischer Einfühlung. Das Duo Dunke und Puschner verspricht in jedem Fall einen lohnenden Abend zum Zuhören und entdeckenden Hinsehen auf das vermeintlich Bekannte und Gewohnte, zum Abschweifen und Schmunzeln.

Es war ein „Heimspiel“ für Werner Puschner, der selbst Lehrer an der Bertha-von-Suttner-Schule ist. Viele Kollegen waren anwesend und auch die Schülerschaft war teilweise mit einbezogen: es gab durch den „Ausflug in den Zoo“, musikalisch begleitet durch den „Karneval der Tiere“, einen direkten Bezug zu den Tierpflegern, die aus ganz Baden-Württemberg nur an „der Bertha“ ausgebildet werden.

Die abendliche „Reise“ nach Stolzenau, in den Karlsruher Zoo, nach Andorra und nach Hagenau endete, wo sie begonnen hat, nämlich in Honduras, genauer gesagt in der Hauptstadt Tegucigalpa. Die Vorsitzende des Vereins, Erika B. Anderer, berichtete über das Straßenkinderprojekt, das vor 25 Jahren von Rosemarie Blattner gegründet wurde und inzwischen neben dem Kinderhaus auch über Bildungseinrichtungen verfügt, in denen zur Zeit ca. 300 Kinder betreut und unterrichtet werden. Alles wird ausschließlich über private Spenden finanziert, die zu 100% dem Projekt zu Gute kommen, so auch der Erlös dieser Veranstaltung (545 Euro). Dieser Abend ist nur einer von vielen in einer Reihe von Veranstaltungen, die den Verein „Casa Niños Rosa Maria“ unterstützen. Seit dem Schuljahr 2008/09 helfen Schüler sowie Lehrer der Bertha-von-Suttner-Schule den Kinder in Honduras mit Geld- und Sachspenden.

Zum Schluss konnte an diesem Abend wohl jeder der Anwesenden sagen: „Ich konnt do sei, wo ich war!“