Unterschiedliche Menschen. Unterschiedliche Geschichten. Unterschiedliche Meinungen. Und doch eine Gemeinschaft. Unter dem Motto „Demokratie braucht Begegnung“ stand unsere diesjährige Demokratiewoche vom 5. – 9. Oktober ganz im Zeichen von Vielfalt, Austausch und Zusammenhalt.
Denn Demokratie beginnt nicht erst an der Wahlurne. Sie beginnt im Alltag – dort, wo Menschen einander begegnen, zuhören, diskutieren und andere Perspektiven kennenlernen.
„Demokratie lebt nicht vom Einverständnis, sondern vom respektvollen Umgang mit Unterschieden.“ Mit diesen Worten brachte unsere Schulleitern Frau Hollwedel bei der Auftaktveranstaltung den Leitgedanken der Woche auf den Punkt.
Wie sich das im Schulalltag anfühlt, konnten unsere neuen Schülerinnen und Schüler direkt erleben: In bunt gemischten Teams, über Klassen und Schularten hinweg, meisterten sie gemeinsam Challenges, kamen miteinander ins Gespräch und beschäftigten sich mit den Werten, die unser Zusammenleben an der Bertha prägen.
Auch in den kommenden Workshops dreht sich alles um die Frage, wie wir Demokratie leben und gestalten können: von Menschenwürde, Fake News und Journalismus über Europa und Klimawandel bis hin zu Geschichte, Kultur und dem Wechseln von Perspektiven. Denn wir müssen nicht alle gleich denken, um gemeinsam etwas zu bewegen. Entscheidend ist, dass wir neugierig aufeinander bleiben, Unterschiede respektieren und miteinander statt übereinander reden.
Viele Perspektiven. Eine Gemeinschaft. Demokratie, die wir gemeinsam leben.
Auftaktveranstaltung
„Demokratie braucht Begegnung“
Unter diesem Motto startete unsere diesjährige Demokratiewoche mit einer großen Auftaktveranstaltung auf dem Schulhof.
Alle neuen Klassen kamen zusammen, um sich kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Gemeinschaft über die eigene Klasse und Schulart hinaus zu erleben.
Nach der Begrüßung durch unsere Schulleiterin Frau Hollwedel wurde es spannend: Die Schülerinnen und Schüler fanden sich in zufällig zusammengestellten Kleingruppen wieder. Plötzlich stand man neben Menschen, denen man im Schulalltag vielleicht schon begegnet war, mit denen man aber noch nie gesprochen hatte.
Bei ersten spielerischen Kennenlernaktionen galt es, Berührungsängste abzubauen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und aufeinander zuzugehen. Dabei wurde schnell deutlich, dass aus zunächst fremden Gesichtern eine Gruppe werden kann, wenn man offen und neugierig aufeinander ist.
Denn Demokratie beginnt genau dort, wo wir miteinander statt übereinander reden, einander zuhören und bereit sind, Neues kennenzulernen.
Viele unterschiedliche Menschen. Viele unterschiedliche Geschichten. Eine Schulgemeinschaft.
Gemeinschaftlich statt gegeneinander!
Bei unserer Begegnungsolympiade war Teamgeist gefragt:
In bunt gemischten Kleingruppen meisterten unsere Schülerinnen und Schüler verschiedene Herausforderungen. Ob beim Platzwechsel, bei der Eierlaufstaffel, der Papierfliegerchallenge oder beim gemeinsamen Bau eines Fröbelturms: Hier waren Kommunikation, Geschicklichkeit, Kreativität und vor allem Zusammenarbeit gefragt.
Doch anders als bei einer klassischen Olympiade ging es nicht darum, wer am schnellsten, geschicktesten oder erfolgreichsten war.
Viel wichtiger war das gemeinsame Erlebnis. Sich gegenseitig unterstützen, aufeinander hören, zusammen lachen, Lösungen finden und auch dann an einem Strang ziehen, wenn etwas nicht sofort funktioniert.
Dabei zeigte sich: Unterschiedliche Stärken und Ideen können eine Gruppe bereichern. Und gemeinsam lässt sich oft mehr erreichen als allein.
Demokratie braucht Begegnung. Und Begegnung braucht Menschen, die bereit sind, gemeinsam etwas zu bewegen.
Zeitzeugengespräche
Wenn Generationen miteinander ins Gespräch kommen …
Wie hat sich unsere Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten verändert? Was bedeutet Demokratie für Menschen, die Krieg, Nachkriegszeit und gesellschaftlichen Wandel selbst erlebt haben? Und was können junge Menschen aus ihren Erfahrungen lernen?
Diesen Fragen gingen die Schülerinnen und Schüler der BTG 13 bei einem besonderen Zeitzeugengespräch im Rahmen unserer Demokratiewoche nach.
Zu Gast waren Helma Hofmeister-Jakubeit, Ehrenbürgerin der Stadt Ettlingen und langjährig kommunalpolitisch engagiert, Prof. Johannes Heinz Jakubeit, Architekt und Stadtplaner, sowie Wolfgang Noller, ehemaliger Schulleiter und langjähriger Kommunalpolitiker.
In persönlichen Gesprächen berichteten die drei von ihren Lebenswegen, ihren Erfahrungen und ihrem Engagement für die Gesellschaft. Dabei ging es um Geschichte, Verantwortung, Mitbestimmung und die Frage, wie jeder Einzelne etwas bewegen kann.
Ermöglicht wurde diese besondere Begegnung durch die Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt Ettlingen und Harald Fehrer. Herzlichen Dank dafür!
Ein rundum gelungenes Zusammentreffen, bei dem unsere Schülerinnen und Schüler viel erfahren und lernen konnten. Besonders schön war die Erkenntnis, dass die „Jungen“ und die „jung Gebliebenen“ viele Dinge ganz ähnlich sehen, wenn auch aus unterschiedlichen Perspektiven.
Ein Rat blieb dabei besonders in Erinnerung: „Man kann vieles erreichen, wenn man sich dafür einsetzt.“
Demokratie braucht Begegnung. Zwischen Menschen, Meinungen und Generationen.
Speed-Dating und Kulturrallye
Neue Gesichter. Neue Gespräche. Neue Perspektiven.
Wie gut kennen wir eigentlich die Menschen, denen wir täglich auf unseren Schulfluren begegnen?
Bei unserem demokratischen Speeddating hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, genau das herauszufinden.
In kurzen Gesprächsrunden trafen sie auf unterschiedliche Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner. Verschiedene Impulsfragen halfen dabei, ins Gespräch zu kommen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und mehr über die Gedanken, Erfahrungen und Sichtweisen anderer zu erfahren.
Was zunächst vielleicht etwas ungewohnt war, wurde schnell zu einem lebendigen Austausch. Es wurde erzählt, nachgefragt, zugehört und auch viel gelacht.
Dabei wurde deutlich, dass man nicht immer einer Meinung sein muss, um ein gutes Gespräch zu führen. Manchmal reicht es schon, neugierig zu sein, zuzuhören und sich auf sein Gegenüber einzulassen.
Demokratie braucht Begegnung. Denn wer miteinander spricht, kann einander besser verstehen.
Fremd sein. Regeln verstehen. Gemeinsam Wege finden.
Wie fühlt es sich an, neu in eine Gruppe zu kommen, deren Regeln man nicht kennt? Was passiert, wenn man die anderen nicht versteht oder ihre „Sprache“ nicht spricht?
Genau diese Erfahrungen machten unsere Schülerinnen und Schüler bei der Kulturrallye im Rahmen unserer Demokratiewoche.
In einem spielerischen Experiment wurden sie mit ungewohnten Situationen, unbekannten Regeln und unterschiedlichen Formen der Verständigung konfrontiert.
Dabei merkten sie schnell, wie herausfordernd es sein kann, sich in einer fremden Gruppe zurechtzufinden. Umso wichtiger wurde es, genau hinzuschauen, miteinander zu kommunizieren, aufeinander zuzugehen und sich auf neue Situationen einzustellen.
Die Kulturrallye machte auf eindrucksvolle Weise erfahrbar, was Menschen erleben können, wenn sie in einer neuen Gemeinschaft ankommen.
Eine wichtige Erkenntnis: Verständigung ist keine Selbstverständlichkeit. Sie braucht Offenheit, Geduld und die Bereitschaft, einander entgegenzukommen.
Denn Demokratie braucht Begegnung. Und ein gutes Miteinander beginnt dort, wo wir versuchen, die Perspektive anderer zu verstehen.
Theaterworkshop
Perspektiven wechseln. Grenzen überwinden. Gemeinschaft erleben.
Wie fühlt es sich an, ausgegrenzt zu werden? Was bedeutet Toleranz? Und wie entsteht aus vielen Einzelnen eine Gemeinschaft?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich unsere Schülerinnen und Schüler im Theaterworkshop mit Frau Russi-Morger.
Durch gemeinsame Spiele, kreative Übungen und Rollenspiele setzten sie sich mit den Themen Gemeinschaft, Toleranz und Ausgrenzung auseinander.
Dabei ging es nicht nur darum, in andere Rollen zu schlüpfen, sondern auch darum, sich selbst und andere bewusster wahrzunehmen, Berührungsängste abzubauen und die Bedeutung von Zusammenarbeit zu erleben.
Und eines kam dabei definitiv nicht zu kurz: der Spaß! 😄 Es wurde viel gelacht, ausprobiert und improvisiert. Unsere Schülerinnen und Schüler bewiesen jede Menge Kreativität und zeigten, wie viel entstehen kann, wenn man sich gemeinsam auf etwas Neues einlässt.
Demokratie braucht Begegnung. Und manchmal hilft es, die Perspektive zu wechseln, um andere besser zu verstehen.
Vielen Dank an Frau Russi-Morger für diesen lebendigen Workshop!
Fake news - Workshop
Fakten prüfen. Menschenwürde achten. Demokratie stärken.
Was ist eigentlich wahr? Wie entstehen Fake News? Und welche Bedeutung haben unsere Grundrechte für das Zusammenleben?
Mit diesen wichtigen Fragen beschäftigten sich unsere Schülerinnen und Schüler in zwei Workshops der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Dafür waren Referentinnen und Referenten der Außenstelle Heidelberg zu Gast an unserer Schule.
Im Workshop „Fake News“ ging es um die Rolle der Medien in einer Demokratie, die Entstehung und Verbreitung von Falschinformationen sowie Möglichkeiten, diese zu erkennen und zu überprüfen.
Besonders eindrücklich war für die Schülerinnen und Schüler die Erkenntnis, dass sie selbst Teil eines großen Informationsnetzwerks sind und auch unbeabsichtigt dazu beitragen können, Fake News weiterzuverbreiten. Ein geteilter Beitrag oder eine ungeprüfte Nachricht kann schließlich weitreichende Folgen haben.
Im Workshop „Menschenwürde“ stand dagegen Artikel 1 unseres Grundgesetzes im Mittelpunkt. Mithilfe verschiedener Übungen, unter anderem des Bleistiftspiels, setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Grundrechten und den Regeln eines respektvollen Zusammenlebens auseinander.
Beide Workshops machten deutlich: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie braucht Menschen, die kritisch hinterfragen, Verantwortung übernehmen und die Würde anderer achten.
Demokratie braucht Begegnung. Aber auch Wissen, Respekt und einen verantwortungsvollen Umgang miteinander.
Vielen Dank an die Landeszentrale für politische Bildung für die spannenden Einblicke!
Expertenworkshops: Europa, Karrikatur und Redaktionsarbeit
Mitdenken. Hinterfragen. Meinung zeigen.
Wie können wir Demokratie mitgestalten? Welche Rolle spielen freie Medien? Und warum ist es wichtig, sich eine eigene Meinung zu bilden?
Diesen Fragen gingen unsere Schülerinnen und Schüler in drei spannenden Veranstaltungen mit Expertinnen und Experten nach.
Im Workshop „Die EU und Demokratie“ von EUROPE DIRECT Karlsruhe beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Mitbestimmungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union. Dabei diskutierten sie aktuelle Herausforderungen, Chancen und Kritikpunkte und überlegten, wie Demokratie auf europäischer Ebene mitgestaltet werden kann.
Einen besonderen Einblick in die Welt der politischen Karikatur erhielten die Schülerinnen und Schüler der AG/BTG 12 beim Expertengespräch mit dem Karikaturisten Kostas Koufogiorgos. Er berichtete über seine Arbeit und darüber, wie er das aktuelle Zeitgeschehen zeichnerisch kommentiert. Besonders wichtig war ihm, die Jugendlichen zu ermutigen, ihre eigene Meinung zu äußern. Denn eine Meinung zählt nicht weniger, nur weil man jung ist!
Beim Workshop mit dem SWR-Journalisten Boris Bauer wurde die SG 12 selbst journalistisch aktiv. Die Schülerinnen und Schüler lernten, wie Nachrichten entstehen und mussten in einem simulierten Echtzeitszenario entscheiden, welche Informationen zuverlässig sind und was veröffentlicht werden kann.
Dabei wurde deutlich, wie wichtig Bildung, fundierte Informationen und sorgfältige Quellenprüfung für eine funktionierende Demokratie sind.
Drei unterschiedliche Perspektiven, aber eine gemeinsame Botschaft: Demokratie lebt davon, dass wir informiert sind, kritisch denken und unsere Stimme einbringen.
Vielen Dank an unsere Gäste für die spannenden Gespräche und wertvollen Einblicke!
Klima- Puzzle
Zusammenhänge erkennen. Gemeinsam Lösungen finden.
Was hat unser Alltag mit dem Klimawandel zu tun? Wie hängen die verschiedenen Ursachen und Folgen zusammen? Und was können wir gemeinsam verändern?
Diesen Fragen gingen unsere Schülerinnen und Schüler beim Klimapuzzle nach.
Unterstützt von der Ettlinger Ortsgruppe „Omas for Future“ setzten sie sich auf spielerische und gemeinschaftliche Weise mit den komplexen Zusammenhängen des Klimawandels auseinander.
Mithilfe von 42 Karten, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen des Weltklimarats basieren, erarbeiteten sie sich Schritt für Schritt ein Gesamtbild. Dabei war nicht nur Wissen gefragt, sondern auch Teamarbeit: Gemeinsam mussten Zusammenhänge erkannt, Ideen ausgetauscht und unterschiedliche Überlegungen miteinander verknüpft werden.
Im Mittelpunkt stand schließlich die Frage, welche individuellen und gemeinsamen Handlungsmöglichkeiten es gibt, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.
Denn große Herausforderungen lassen sich nicht allein bewältigen. Sie brauchen Austausch, Zusammenarbeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Demokratie braucht Begegnung. Denn gemeinsam können wir Herausforderungen besser verstehen und unsere Zukunft mitgestalten.
Vielen Dank an „Omas for Future“ für die Durchführung dieses spannenden Workshops!
Fazit
Viele Menschen. Viele Meinungen. Ein gemeinsamer Wert: RESPEKT.
Eine Woche voller Begegnungen, Gespräche, neuer Perspektiven und gemeinsamer Erfahrungen liegt hinter uns.
Unter dem Motto „Demokratie braucht Begegnung“ haben sich unsere Schülerinnen und Schüler in zahlreichen Workshops und Aktionen mit der Frage beschäftigt, was Demokratie eigentlich ausmacht und wie wir sie in unserem Schulalltag leben können.
Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf den Werten unseres Zusammenlebens. Was ist uns wichtig, damit sich alle an unserer Schule wohlfühlen können? Was braucht es, damit aus vielen unterschiedlichen Menschen eine Gemeinschaft wird?
Die Antworten waren vielfältig. Doch ein Wert zog sich durch die Überlegungen aller Gruppen: RESPEKT.
Respekt vor anderen Menschen, ihren Geschichten, Meinungen, Erfahrungen und Lebensweisen.
Auch unsere Schulleiterin Frau Hollwedel griff diesen Gedanken in ihrer Abschlussrede noch einmal auf: Demokratie beginnt nicht erst in der großen Politik. Sie zeigt sich bereits in den kleinen Begegnungen unseres Alltags. Wenn wir aufeinander zugehen, einander zuhören, unterschiedliche Meinungen respektieren und uns auf Augenhöhe begegnen, leben wir Demokratie.
Genau das hat uns diese Woche gezeigt: Wir müssen nicht alle gleich sein oder gleich denken, um gemeinsam etwas zu bewegen.
Denn aus Begegnungen kann Verständnis wachsen. Aus Verständnis entsteht Vertrauen. Und aus vielen unterschiedlichen Menschen wird eine starke Gemeinschaft.
Ein herzliches Dankeschön an alle Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie unsere externen Partnerinnen und Partner, die diese Demokratiewoche mit Leben gefüllt haben!
Demokratie braucht Begegnung. Nicht nur in dieser Woche, sondern an jedem Tag.
Herzlichen Dank
Ein herzliches Dankeschön an alle, die unsere Demokratiewoche möglich gemacht haben!
Ein ganz besonderer Dank gilt den Hauptorganisatorinnen Frau Hoffmann, Frau Kellermeier und Frau Harrich, die mit großem Engagement, viel Herzblut und unermüdlichem Einsatz diese besondere Woche geplant und gestaltet haben.
Ebenso danken wir unserer Schulleitung, die das Projekt von Anfang an vollumfänglich unterstützt hat.
Ein großes Dankeschön geht auch an unser gesamtes Demokratieteam: Herrn Dold, Herrn Dannenmann, Frau Herrling, Frau Klenic, Herrn Kreher, Frau Merz, Frau Morrogh, Frau Rogge, Frau Schmitt, Frau Weiss und unsere FSJlerin Lotta Vogel.
Danke auch an alle weiteren Beteiligten, die mit ihren Ideen, ihrer Zeit und ihrem Einsatz zum Gelingen dieser Woche beigetragen haben!
Denn auch das hat unsere Demokratiewoche gezeigt: Gemeinsam können wir viel bewegen!
